Berichtsteil

Wegweisende strategische Entscheide trotz Corona-Pandemie

Vor einem Jahr war klar: 2020 werden wegweisende politische Entscheide zur strategischen Weiterentwicklung der St.Galler Spitalverbunde gefällt und die Weichen für die Zukunft unseres Unternehmens gestellt. Gänzlich unerwartet hingegen kam die Corona-Pandemie.

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René Fiechter, mag. oec. HSG

CEO der Spitalregion Fürstenland Toggenburg

Corona prägte alles

Im Fokus unserer intensiven Vorbereitungen auf die erste Pandemie-Welle stand das Ziel, möglichst grosse Kapazitäten für die Behandlung der erwarteten hohen Zahl an Patientinnen und Patienten bereitzustellen und diese sowie unser Personal mit guten Schutzkonzepten vor einer Ansteckung zu schützen. Innert kürzester Zeit richteten wir unsere Spitäler auf die Pandemie-Situation ein. Wir waren gerüstet, der grosse Patientenandrang blieb jedoch aus. In der zweiten Welle im Herbst stieg die Zahl der pflegeintensiven Corona-Patienten bei einem gleichzeitig hohen Personalausfall drastisch an. Mehrfach stiessen wir dabei an die Belastungsgrenzen, glücklicherweise ohne sie zu überschreiten.

Wichtige Strategie-Entscheide gefällt

Auch der politische Fahrplan zur Beratung der «Weiterentwicklung der Strategie der St.Galler Spitalverbunde» wurde pandemiebedingt verzögert. Im Herbst jedoch hat der Kantonsrat entschieden. Damit steht fest: Das stationäre Angebot am Spital Wattwil wird per Ende 2023 aufgehoben und der Standort soll in ein Gesundheits- und Notfallzentrum umgewandelt werden. Dieser Entscheid hat eine lange Phase der Unsicherheit und Anspannung beendet und den Weg für die konkrete Umsetzungsplanung geebnet. Es ist wichtig, diese in Angriff nehmen zu können: Einerseits kann so Anfang 2024 in Wattwil ein zukunftsfähiges Modell für die medizinische Grundversorgung etabliert werden. Andererseits ermöglicht es uns, die für eine Verlagerung des stationären Angebots benötigte Erweiterung in Wil rechtzeitig umzusetzen.

Zukunft Wattwil

Gemäss Botschaft der Regierung ist in Wattwil der Aufbau eines Gesundheits-, Notfall- und Kompetenzzentrums für spezialisierte Pflege in Zusammenarbeit mit der privaten Anbieterin Solviva AG vorgesehen. Geplant ist die Schaffung eines spezialisierten Pflegeangebots, mit welchem ebenso wie mit der Alkoholkurzzeittherapie PSA, die am Standort Wattwil bleiben soll, ein Angebot mit überregionaler Bedeutung geschaffen werden könnte. Dabei würde aus heutiger Sicht eine Nische besetzt, in der bestehende Leistungsanbieter nicht konkurrenziert würden. Durch die Einbindung und Vernetzung von regionalen Leistungserbringern könnte im Bereich des Gesundheits- und Notfallzentrums weiterhin wohnortnah eine attraktive medizinische Grundversorgung angeboten werden. Basierend auf diesen Überlegungen unterzeichneten der Kanton St.Gallen, die SRFT und die Solviva AG im Februar 2020 eine Absichtserklärung, das Modell weiter zu vertiefen. Die diesbezüglichen Projektarbeiten wurden nach dem Entscheid des Kantonsrates aufgenommen und die planerischen und rechtlichen Grundlagen sollten 2021 finalisiert werden.

Überzeugendes Modell

Auch wenn es noch verschiedene offene Punkte zu klären gibt, sind wir von diesem Modell überzeugt. Die Notfallversorgung der Toggenburger Bevölkerung soll von der SRFT zusammen mit den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten im Notfallzentrum sichergestellt und mit ambulanten Angeboten der SRFT wie auch anderen Anbietern ergänzt werden. In Kombination mit dem hochprofessionell aufgestellten Rettungsdienst kann dadurch eine gute medizinische Grundversorgung gewährleistet werden. Gleichzeitig werden Arbeitsplätze gesichert, die Wertschöpfung in der Region bleibt erhalten, und das Gebäude soll weiterhin dem Zweck der Gesundheitsversorgung dienen.

Qualität und Finanzen

Insgesamt kann so das Ziel der Strategie erreicht werden, der Bevölkerung auch in Anbetracht der zunehmenden Spezialisierung und des Fachkräftemangels eine Gesundheitsversorgung in hoher Qualität anzubieten. Auch die finanziellen Ziele können mit der Umsetzung der Strategie erreicht werden. Dass der Handlungsbedarf in finanzieller Hinsicht dringend gegeben ist, zeigt das Jahresergebnis 2020 der SRFT mit einem Verlust von 9.98 Mio. Franken einmal mehr. Wegen Ertragseinbussen und Mehrkosten aufgrund der Pandemie wäre der Verlust noch höher zu liegen gekommen, wenn nicht Regierung und Kantonsrat einen grossen Teil mit einer einmaligen Zahlung von 3.4 Mio. Franken ausgeglichen hätten.

Dank

Für diese Zahlung, aber auch für die klaren Entscheidungen in der Strategiefrage, gilt dem Kantonsrat ein besonderer Dank. Ebenso geht mein Dank an den Verwaltungsrat, die verschiedenen Partner und die Geschäftsleitung der SRFT, welche alle gemeinsam an der Zukunft unserer Spitäler arbeiten. Den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten danke ich für die gerade auch in diesem besonders herausfordernden Jahr nach wie vor vertrauensvolle Zusammenarbeit. Das grösste Dankeschön gilt aber unseren Mitarbeitenden. Sie haben mit ihrem Engagement und ihrer Flexibilität während der gesamten Dauer und in allen Phasen der Covid-19-Pandemie eindrücklich aufgezeigt, was es bedeutet, sich in den Dienst der Patienten zu stellen. Trotz eigener Ängste, starker Belastung und grosser Unsicherheit waren sie wie immer für diese da. Dafür haben sie definitiv Applaus verdient.

Geschäftsleitung 2020

Für weitere Informationen klicken Sie hier.

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René Fiechter

mag. oec. HSG, Vorsitzender der Geschäftsleitung (CEO)

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Dr. med. Jürgen Schäfer

Leiter Ressort Medizinisches Dienstleistungszentrum, Stv. CEO

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Dr. med. Sandro Lionetto

Leiter Ressort Operative Kliniken, Ärztlicher Leiter

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Kristin Neumann

Leiterin Ressort Pflege

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Maria Seelhofer

Leiterin Finanzen

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Dr. med. Christof Geigerseder

Leiter Ressort Medizinische Kliniken

Die SRFT – mit Herz und Kompetenz Verwaltungsrats-
präsident
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